In der kleinen, charmanten Streusiedlung Zahling, unweit von Jennersdorf, fand kürzlich ein ganz besonderer Literaturabend statt. Unter dem Motto „Drei Autorinnen – ein Ort!“ versammelten sich Buchliebhaber in einer urigen Scheune, die eine einmalige Atmosphäre für die Lesungen bot. Die Scheune war liebevoll hergerichtet und strahlte eine persönliche und familiäre Stimmung aus. Ein Ort, an dem Geschichten lebendig wurden und der Austausch mit den Autorinnen förmlich in der Luft lag.
Die drei Autorinnen, die an diesem Abend im Mittelpunkt standen, hätten unterschiedlicher nicht sein können. Da war Sabine Fünck, die mit ihrem Buch „Narzissmus im Unternehmen“ einen tiefen Einblick in die Machtstrukturen der Geschäftswelt gewährte. Es ist nicht zu leugnen, dass Narzissmus in vielen Unternehmen ein heikles Thema ist. Während viele Narzissten als unerwünscht gelten, beleuchtet Fünck die Thematik aus einer Perspektive, die auch betriebswirtschaftlich Sinn ergeben kann. Sie zeigt auf, wie Führungskräfte klug mit Narzissmus umgehen können, um daraus Nutzen zu ziehen – eine Strategie für eine gesunde, menschliche Zukunft in der Geschäftswelt.
Ein Abend voller Geschichten
Katharina Tiwald entführte die Zuhörer mit ihrem Roman „Macbeth Melania“ in eine Welt voller Intrigen und Machtspiele, während Angelina Pötschner das imperiale Wien in ihrem Werk „Wien, die kaiserliche Residenzstadt“ lebendig werden ließ. Die Mischung aus psychologischen Themen, historischen Einblicken und theatralischen Passagen ließ das Publikum förmlich an den Lippen der Autorinnen hängen. Martin Beck, der durch den Abend führte, verstand es, die verschiedenen Beiträge mit Humor und Charme zu verbinden. Er lockerte die Stimmung auf und sorgte dafür, dass sich jeder wohlfühlte – eine wahre Meisterleistung!
Besonders schön war die Anwesenheit von Gästen aus der Partnergemeinde Eltendorf. Der Austausch nach den Lesungen war ein Highlight – die Möglichkeit, direkt mit den Autorinnen zu plaudern, Fragen zu stellen und sich über die Werke auszutauschen, wurde von vielen Gästen dankbar angenommen. Man spürte, dass Literatur die Menschen verbindet und dass jeder von den verschiedenen Perspektiven profitieren konnte.
Narzissmus in der Wirtschaft
Doch was macht Narzissmus im Unternehmen so brisant? Allgemein wird Narzissmus in der Geschäftswelt negativ betrachtet. Doch wie Marion Thiel und Sylvia Pietzko in ihrem Buch zeigen, gibt es auch positive Aspekte. Narzissten sind nicht einfach zu entfernen, sie sind Teil der Organisationen. Führungskräfte sollten lernen, wie sie mit diesen Persönlichkeiten umgehen – das ist nicht nur für das Wohlbefinden der Mitarbeiter wichtig, sondern auch für den wirtschaftlichen Erfolg. Die Möglichkeit, eine Gewinn- und Verlustrechnung für die Narzissmus-Bilanz im Unternehmen aufzustellen, könnte ein spannender Ansatz sein, um das Potenzial dieser Eigenschaften zu nutzen.
In vielen Untersuchungen wird deutlich, dass narzisstische Führungskräfte sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf ihre Mitarbeiter haben können. Daher ist es wichtig, das Thema differenziert zu betrachten. Studien, wie die von Aasland et al. (2010) oder Abeyta et al. (2017), zeigen, dass Narzissmus nicht nur destruktives Verhalten hervorrufen kann, sondern auch existenzielle Vorteile mit sich bringen kann. Es braucht also eine kritische Auseinandersetzung mit diesen Persönlichkeiten.
Die Lesung in Zahling war nicht nur eine literarische Darbietung, sondern auch eine Einladung, über die Rolle von Narzissmus in unseren Lebens- und Arbeitswelten nachzudenken. Ein Abend, der in Erinnerung bleibt – nicht nur wegen der Geschichten, sondern auch wegen der wertvollen Gespräche, die daraus entstanden sind.