Im malerischen Güssing hat die Premiere des Volksstücks „Die kleine Welt“ von Franz Gischel die Zuschauer in den Bann gezogen. Unter der Regie von Ida Gludovatz wurde die Aufführung im Kutscherhof des Wasserschlosses zum festlichen Ereignis. Die Geschichte dreht sich um Bäckermeister Alois Weinzierl, gespielt von Christian Buch, und seine beiden heiratsfähigen Töchter Klara und Gusti, hervorragend dargestellt von Tanja Wiesner und Sonja Aschenbrenner. Während der Vater ganz schön ins Schwitzen kommt, weil er sich um die Zukunft seiner Töchter sorgt, entwickelt sich ein amüsantes und zugleich berührendes Drama. Komplikationen wie ein drohendes Skandälchen werfen Schatten über die heile Welt des Bäckermeisters, doch am Ende triumphiert die Liebe über alle gesellschaftlichen Konventionen.

Der Abend war ein voller Erfolg. Die Zuhörer, darunter viele Theaterliebhaber, applaudierten begeistert und die sympathische Atmosphäre wurde durch das freundliche Wetter noch verstärkt. Besonders hervorzuheben ist die Leistung von Sonja Aschenbrenner in der Rolle der Gusti, die mit einer facettenreichen Darstellung beeindruckte. Auch die junge Valentina Neubauer, die den Bäckerlehrling Maxl spielt, lieferte einen vielversprechenden Auftritt ab. In weiteren Rollen glänzten Monika Holzinger als Amalie, Wolfgang Gruber als Schankkellner Ludwig und Günter Fenz als Metzgermeister Xaver. Das Ensemble wird abgerundet durch die Talente von Maria Tuifl, Franz Luisser und Ernst Kanz, die allesamt für einen unterhaltsamen Abend sorgten.

Ein Blick auf den Autor

Franz Gischel, der Autor dieses zeitlosen Stücks, wurde als drittes von vier Kindern in München geboren. Sein Vater war Künstler und arbeitete im Deutschen Museum. Gischel selbst besuchte die Königliche Kunstgewerbeschule und heiratete 1921 die Schauspielerin Rosa Lindner. Gemeinsam hatten sie drei Kinder, unter anderem den Künstler Johann Gischel, der in die Fußstapfen seines Vaters trat. Gischel verstarb 1951 in Oberstdorf, doch sein Werk lebt weiter.

„Die kleine Welt“ spielt im München des Jahres 1910 und thematisiert Familienbeziehungen und gesellschaftliche Erwartungen. Es ist ein Stück, das Humor und lebendige Dialoge vereint und liebevoll gezeichnete Charaktere präsentiert. Das Stück hat in der Vergangenheit auch durch die Aufführungen im Komödienstadl mit Gustl Bayrhammer und Marianne Lindner an Bekanntheit gewonnen. Eine überarbeitete Fassung von Rebecca Gischel, der Urenkelin des Autors, bringt frischen Wind in die Inszenierung und macht sie für ein modernes Publikum zugänglich.

Termine und Karten

Die Bühnenversion von „Die kleine Welt“ hat bereits viele Herzen erobert und wird in der kommenden Zeit weitere Aufführungen bieten. Wer sich das Stück nicht entgehen lassen möchte, sollte sich die Termine notieren: Freitag, 19. Juni um 20.00 Uhr, Samstag, 20. Juni um 20.00 Uhr und Sonntag, 21. Juni um 18.30 Uhr. Karten können ganz unkompliziert unter der Nummer 0681/10309200 bestellt werden.

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Ein Besuch dieser Aufführung verspricht nicht nur Unterhaltung, sondern auch einen Einblick in die zeitlosen Themen von Liebe und Familie, die auch heute noch nichts von ihrer Brisanz verloren haben. Die Darsteller bringen das Stück mit so viel Herzblut auf die Bühne, dass man einfach mitgerissen wird.