Heute ist der 18.05.2026 und in Eisenstadt dreht sich alles um die besorgniserregenden Asbestwerte, die am vergangenen Wochenende in Großpetersdorf gemessen wurden. Die Luft ist hier alles andere als rein. Greenpeace hat nun die burgenländische Landesregierung aufgefordert, den Vorhang zu lüften und alle Messwerte offenzulegen. Der konkrete Wert aus Großpetersdorf bleibt bis dato ein Geheimnis, was die Gemüter erhitzt und die Fragen aufwirft: Was wird hier verborgen? Warum wird nicht für mehr Transparenz gesorgt?

Herwig Schuster, Umweltchemiker bei Greenpeace, warnt, dass die gemessenen Asbestwerte möglicherweise über 10.000 Fasern pro Kubikmeter liegen – eine alarmierende Zahl, die zu denken geben sollte. Schuster kritisiert die burgenländische Landesregierung scharf für ihre mangelhafte Aufklärung und Kommunikation im Zuge des Asbest-Skandals. Im Nachbarland Ungarn hingegen wurden alle Messwerte transparent veröffentlicht und Maßnahmen ergriffen. Warum nicht hier? Es gibt zudem Bedenken, ob das Burgenland alle potenziell betroffenen Flächen systematisch untersucht hat. Greenpeace hat bereits auf mindestens sieben weitere burgenländische Schotterstraßen und -flächen hingewiesen, die ebenfalls mit hoher Asbestbelastung zu kämpfen haben.

Ein kritischer Blick auf die Luftmessungen

Die Situation ist ernst. Greenpeace hat die Luftmessungen der Taskforce zur Asbestbelastung im Burgenland unter die Lupe genommen und erhebliche Mängel festgestellt. Stefan Stadler, Sprecher des Greenpeace-Investigativteams, bemängelt das Fehlen entscheidender Daten in den veröffentlichten Messwerten. An der Klinik Oberwart wurden bereits 830 Asbestfasern pro Kubikmeter entdeckt. Diese Messungen fanden unter Bedingungen mit hoher Luftfeuchtigkeit und nassem Boden statt – kein ideales Setting, könnte man sagen. Norbert Weis, ein Umwelttoxikologe, äußert Bedenken über mögliche Verdünnungen bei Außenmessungen, die es erschweren, die tatsächlich freigesetzten Asbestfasern zu erfassen.

Die Richtwerte der Taskforce, die bis zu 1.000 Fasern pro Kubikmeter festlegen, werden von Greenpeace scharf kritisiert. Sie fordern eine Reduktion auf 500 Fasern pro Kubikmeter, denn schließlich geht es um die Gesundheit der Bevölkerung. Die Unklarheit über die Arten von Asbestfasern, die in der Luft schweben, ist ein zusätzliches Risiko. Asbest ist seit 1990 in Österreich verboten, aber das Material war lange Zeit ein beliebtes Baumaterial und Isoliermaterial. Die Zahl der Asbest-Erkrankungen in Österreich ist dabei nicht rückläufig. Ein Blick nach Deutschland zeigt, dass jährlich schätzungsweise 15.000 Menschen an den Folgen von Asbestexposition sterben. Diese Zahlen sind nicht nur beunruhigend, sie sind schlichtweg alarmierend.

Die Gefahren des Asbests

Asbest stellt ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar und kann Krebserkrankungen sowie Asbestose verursachen. Besonders lungengängige Fasern sind dauerhaft gefährlich. Das macht die Sache so kompliziert, denn während Asbestbrocken nicht sofort gefährlich sind, kann schwach gebundener Asbest leicht Fasern freisetzen. Es bleibt also eine Herausforderung, einen sicheren Umgang mit Asbest in der Bau- und Renovierungsbranche zu gewährleisten. Die Asbestfunde im Burgenland sind dokumentiert und stammen aus vier Serpentinit-Steinbrüchen, die wegen hoher Asbestwerte geschlossen werden mussten. Der Leiter des Bremer Umweltinstituts bezeichnete Asbest im Burgenland im Schotter sogar als „fast schon kriminell“. Das sind harte Worte, die zum Nachdenken anregen sollten.

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Die Kritik von Greenpeace geht weiter und umfasst auch den mangelnden Arbeitnehmerschutz sowie die fehlende Unterstützung für Anwohner. Es ist klar, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht. Die burgenländische Landesregierung wird aufgefordert, die Gesundheit der Bevölkerung ernst zu nehmen und aktiv gegen den Asbest-Skandal vorzugehen. Denn eines ist sicher: Die Menschen im Burgenland verdienen es, in einer sicheren Umgebung zu leben, ohne Angst vor unsichtbaren Gefahren in der Luft.