In der kleinen, aber feinen burgenländischen Gemeinde Oslip, die gerade mal rund 1.300 Seelen zählt, gibt es einen Ort, der über die Jahre zu einem echten kulturellen Herzstück geworden ist: die Cselley Mühle. 2023 wird hier ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert – 50 Jahre als Veranstaltungsstätte! Gegründet wurde die Mühle im Jahr 1976 von den kreativen Köpfen Robert Schneider, einem Keramikkünstler, und dem Maler Sepp Laubner. Diese beiden Visionäre verwandelten die ehemalige Mühle mit viel Engagement und Unterstützung von freiwilligen Helfern in ein Kultur-Aktionszentrum.
Die Cselley Mühle ist nicht nur ein Gebäude, sondern ein Raum für Austausch und kreative Experimente. Wer hätte gedacht, dass das erste Pop-Festival bereits 1977 mit Größen wie Wolfgang Ambros und der Gruppe Hot Chocolate dort über die Bühne ging? Damals feierten 5.000 bis 7.000 Besucher eine unvergessliche Zeit. Seit ihrer Eröffnung hat die Mühle nie stillgestanden – ständig wurde sie weiterentwickelt und an die Bedürfnisse der Zeit angepasst. Das denkmalgeschützte Gebäude hat viel durchgemacht: Restaurierungen, Umbauten und Renovierungen haben es zu dem gemacht, was es heute ist.
Ein Ort voller Geschichten
Im Laufe der Jahre durften sich viele bekannte Künstler die Ehre geben – Joe Cocker, Mother’s Finest, Sportfreunde Stiller, Ostbahn Kurti, um nur einige zu nennen. Auch literarische Veranstaltungen fanden hier ihre Heimat, mit Lesungen von Größen wie H.C. Artmann und Peter Turrini. Schauspieler wie Helmut Qualtinger und Erwin Steinhauer trugen ebenfalls zur bunten Palette bei. In der Galerie der Mühle wurden Werke von Künstlern wie Franz Ringel und Hermann Nitsch ausgestellt. Die Cselley Mühle war ein bedeutender Treffpunkt für alternative Jugend- und Subkultur. Und das alles in einem historischen Rahmen, der von der ersten Erwähnung im Jahr 1515 bis zur heutigen Zeit eine unglaubliche Reise hinter sich hat.
Nach dem Tod der Gründer 2019 und 2020 kam es zu einem Wechsel in der Führung: 2021 wurde die Mühle an die Privatstiftung Mario Müller verkauft. Unter dem neuen Eigentümer wurde die Mühle generalsaniert und erstrahlt nun unter dem neuen Namen „Csello“. Neu hinzugekommen sind die Weinbar und Vinothek „MÜ-Bar“, ein Kellertheater sowie Mühlhäuser für Übernachtungen. Diese Mischung aus Tradition und Moderne schafft einen besonderen Charme, der sowohl alteingesessene als auch neue Besucher anzieht.
Kunst und Kultur neu erleben
Eine spannende Entwicklung ist die Präsenz des britischen Galeristen Nick Treadwell, der im „Treadwell’s Art Mill-Museum“ seine Sammlung an Kunstwerken präsentiert. Seit 2022 lebt er in der ehemaligen Mühle und bringt frischen Wind in die kulturelle Landschaft Oslips. Das Obergeschoss des Gebäudes mit einem achtachsigen Arkadengang und einem restaurierten Taubenschlag im Hof erzählt Geschichten aus vergangenen Zeiten und verbindet sie mit dem pulsierenden Leben von heute.
Die Cselley Mühle, nun als Csello bekannt, ist mehr als nur ein Veranstaltungsort. Sie ist ein lebendiger Raum, in dem Kultur, Kunst und Gemeinschaft aufeinandertreffen. Und während die Welt sich ständig verändert, bleibt dieses Juwel im Burgenland ein Ort, der die Menschen zusammenbringt, zum Staunen anregt und den kreativen Austausch fördert. Man darf gespannt sein, was die nächsten 50 Jahre bringen werden!