Die burgenländische Weinwelt trauert um einen ihrer Größten: Anton Kollwentz, ein Pionier des Weinbaus, ist im Alter von 85 Jahren verstorben. Seine Reise begann bereits im zarten Alter von 18 Jahren, als er die Verantwortung im elterlichen Weinkeller in Großhöflein, Bezirk Eisenstadt-Umgebung, übernahm. 1966 übernahm er das Weingut vollständig und baute es kontinuierlich weiter aus. Kollwentz war nicht nur ein hervorragender Winzer, sondern auch ein Visionär, der die Weinbaukultur im Burgenland maßgeblich prägte und förderte. In den frühen 1980er-Jahren stellte er mit Sondergenehmigung Cabernet Sauvignon im Burgenland an, was damals eine echte Innovation war. Sein Engagement wurde 1988 mit der Auszeichnung zum „Winzer des Jahres“ von „Falstaff“ gewürdigt.
Die Nachricht von seinem Tod hat in der burgenländischen Weinszene und Politik große Trauer ausgelöst. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil äußerte, dass das Burgenland mit Anton Kollwentz eine große Persönlichkeit verliert. Seine Verdienste um den burgenländischen Wein wurden 2021 mit dem Komturkreuz vom Land Burgenland geehrt. Darüber hinaus war er zehn Jahre lang Vorsitzender des Vereins „Renommierte Weingüter Burgenland“, der 1995 gegründet wurde. Kollwentz spielte eine bedeutende Rolle in der Entwicklung und Förderung von Weinen in der Region, und sein Verlust wird als großer Rückschlag für die Weinbaugemeinschaft angesehen. Mehr dazu hier.
Ein Blick auf die Weinbaugeschichte im Burgenland
Der Weinbau im Burgenland hat seine Wurzeln in der vorrömischen Zeit, wie archäologische Funde in Zagersdorf zeigen. Ein Gefäß mit Rebkernen und ein eisernes Rebmesser aus der Latènezeit belegen die frühe Weinbaugeschichte der Region. In römischer Zeit erlebte der Weinbau eine Ausweitung, mit Funden einer römischen Weinpresse in Winden. Während des Mittelalters entwickelte sich ein umfangreicher Weinhandel, der nicht nur das Burgenland, sondern auch Regionen wie Böhmen, Mähren und Polen einbezog.
Im 13. Jahrhundert erreichte der Weinbau seine größte geographische Verbreitung, begünstigt durch ein wärmeres Klima. Zu dieser Zeit hatten die meisten Orte Weingartenbesitz in Nachbarorten. Die soziale Struktur vieler Dörfer war stark vom Weinbau geprägt, da zahlreiche Arbeitskräfte benötigt wurden. Trotz der Herausforderungen, die das 18. und 19. Jahrhundert mit sich brachten, wie der Rückgang des Weinbaus und die Reblauskrise, blieb der Wein eine zentrale Komponente der burgenländischen Kultur. Details zur Geschichte des Weinbaus finden Sie hier.
Anton Kollwentz hat als Teil dieser lange Tradition nicht nur Weine produziert, sondern auch die Kultur und das Erbe des Weinbaus im Burgenland weitergetragen. Sein Einfluss wird auch in Zukunft spürbar bleiben, während die Weingüter der Region weiterhin von seiner Vision und Leidenschaft profitieren. Sein Engagement für die Etablierung internationaler Rebsorten hat dazu beigetragen, das Burgenland als bedeutenden Weinbaustandort zu positionieren, ein Erbe, das auch seine Nachfolger weiterführen werden.